Was ist Hula?

Hulahula ist das hawaiianische Wort für „Tanz“ und „Tanzen“. Auf den Inseln des amerikanischen Bundesstaates gibt es über 200 Hula-Schulen. Die Hawaiianer tanzen oft von klein auf, der Tanz gehört wie Gesang, Musizieren und gutem Essen zu den fröhlichen, geselligen Feiern.

Was zeichnet Hula aus?

Charakteristisch für den hawaiianischen Tanz ist der Bezug zur Natur, Respekt und Wertschätzung. Zwar gibt es heute auch Trainer, die ihre Gruppen zu perfekter Synchronität drillen. Überwiegend wird Hula aber mit dem ‚Aloha‘-Spirit verbunden – einer liebevollen, achtsamen Gesinnung, die auch im Training zu finden sein sollte. Typisch sind wiegende, schwingende Hüftbewegungen und eine aufrechte und erdverbundene Körperhaltung – Hula wird mit gebeugten Knien getanzt, ein Fuß berührt immer den Boden.

Der Tanz folgt dem Lied, mit den Bewegungen wird sein Inhalt interpretiert. So wird eine Geschichte erzählt. Gesten stellen Worte dar: eine Blume, der Mond, das Meer – aber auch abstrakte Begriffe wie Liebe oder Anmut.

Das größte Festival auf Hawai’i ist das „Merrie Monarch“-Festival in Hilo: https://www.merriemonarch.com/

Hula kahiko

Der „alte“ Hula wird von Trommeln (z.B. der Ipu) und Chant (Sprechgesang) begleitet. Tänzer und Tänzerinnen tragen einen weiten, wadenlangen Rock (Pa’u). Zum Kostüm gehört eine Kette aus Blumen, Muscheln oder Kukui-Nüssen (Lei) sowie Blumenschmuck an Hand- und Fußgelenken (Kupe’e) und auf dem Kopf (Haku Lei oder Lei Poho).

Die Bewegungen sind klar und würdevoll, der Geist ist konzentriert. Kahikos sind einem Thema gewidmet: Göttern, Königen und Königinnen.

Chants

Chants werden in der hawaiianischen Sprache (‚Olelo hawai’i) gesungen. Zum Eingang bittet man um das Wissen und die tiefere Erkenntnis für den Tanz. Hier ein Auszug aus „E ho mai“:

Kurzer Auszug aus dem traditionellen Chant „Lili’ue“
Ein Haku Lei (Haarkranz) wird bei Festen, aber auch zum Tanz getragen.

Hula auana

Der „moderne“ festliche Hula zeigt sich mit eleganten, weichen Bewegungen. Die Kleider sind meist lang und die Lieder sind oft poetisch und sanft, jedoch nicht ausschließlich. Hula auana bietet mehr Freiheiten, er kann als Solotanz vorgeführt werden, im Gegensatz zum Formationstanz des Hula kahiko.

Die Instrumente zeigen den westlichen Einfluss: Ukulele und melodischer Gesang erinnern uns an das bekannte Bild von Hawai’i als Südsee-Paradies und Urlaubsziel.

Tanzausbildung

Tanzgruppen bilden oft eine Art Familie, in der der oder die Kumu (=Lehrer/in, Quelle des Wissens) das Oberhaupt darstellt. Kumus sind gebildet in Tanz, Gesang, Trommeln und meist auch Kunsthandwerk. Die Schüler werden Haumana genannt. Nach gründlichem Training graduieren sie in einer Zeremonie zu Tänzer/innen. Traditionell gehört zur Tanzausbildung auch das Erlernen der hawaiianischen Sprache. Sie ist wichtig für das Liedverständnis. Durch die vielen Symbole und Mehrdeutigkeiten erschließt sich die Bedeutung oft durch den Kontext.

Inklusiver Tanz

Eine weitere Stilrichtung ist der Hula noho = Sitzhula. Er eignet sich auch für Menschen, die nicht (mehr) gut stehen oder laufen können. Bei Knieproblemen oder für Rollstuhlfahrer ist dies eine geeignete Form. Das Lied mit Gesten zu begleiten bereitet Freude. Eine vielleicht ungewohnte, aber nichtsdestotrotz freudvolle Art des Tanzens.

Auch in der Schwangerschaft kann man tanzen; dies ist besonders entspannend. Beim Tanz im Stand wird durch die wiegenden Bewegungen zur Musik das ungeborene Kind sanft geschaukelt.