Sinnlich und körperbewusst

Weiblichkeit entdecken

Einfach ist der orientalische Tanz nicht einzuordnen, da er viele Formen angenommen hat. Definiert als Tanz zu orientalischer Musik ist er oft von besonderem Körpereinsatz geprägt. Man findet hier eine Mischung, die aus verschiedenen Formen des Volkstanzes stammt und sich bis hin zum Showtanz entwickelt hat. Typisch sind isolierte Bewegungen von Becken, Brust, Armen, Händen und Kopf. Daher verstehe ich ihn als besonders sinnlichen Tanz, der gut geeignet ist, das Körperbewusstsein zu schulen und intensivieren.

In den Körper zu spüren, den eigenen weiblichen Körper wahrnehmen – dies kann bedeuten, sich seiner Selbst neu bewusst zu werden. Man kann erfahren, wie freudvoll die Bewegung sein kann, was Schönheit bedeutet – individuell oder als Frauengemeinschaft und nicht nur im Hinblick auf das Angesehenwerden.

Orient – von Marocco bis Indien

Historisch gibt es im Orient und Afrika verschiedene Tanzformen, die durch Becken- und Bauchbewegungen für Frauen die Fähigkeit, zu empfangen und gebären, verbessert. Als die Türken ihre Mode nach Wien brachten, war die dortige Gesellschaft angeblich brüskiert über die nackten Bäuche während die Orientalen befremdet die tiefen Dekolltées der Wienerinnen wahrnahmen. Sitten sind unterschiedlich.

Orientalischer Tanz ist sicher gut für die Haltung, die Anleihen beim Ballett bleiben dem geschulten Auge nicht verborgen. Wobei – woher kam die Arabesque?


Was der Tanz ausdrückt, wird besonders durch die Musik bestimmt. Türkische ist oft lieblich und schwungvoll. Ägyptische kann geheimnisvoll und mystisch sein. Weit verbreitet sind Rhythmen, die der Folklore entspringen, wie z.B. der Baladi. Entsprechend sind auch Kostüme unterschiedlich. Kleider, Röcke, Pumphosen – die Vielfalt ist groß. Um die Hüften gebundene Gürtel oder Tücher betonen und erleichtern Beckenbewegungen. Wer einmal das typischen Kopfschieben gesehen hat, ist leicht verzaubert von der Anmut und Geschicklichkeit, die Tänzerinnen zeigen.

Rhythmus und Bewegung

Faszinierend sind Tänzerinnen, die ihre Kunst zu Trommelrhythmen zeigen. Akzentuierte Bewegungen haben eine besonderen Charme.

Tanzend kann man sich auf die Musik einlassen.

Orientalische Trommeln – Tablas – begleiten Tänzerinnen, die selbst als Accessoires Fingerzimbeln benutzen können. Bei melodischer Musik werden auch Schleier verwendet; im klassisch-orientalischen Tanz meist als Intro. Im Orient entstanden vielfältige Rhythmen. Betonungen und Taktlängen variieren und verleihen so (fast) unendliche Möglichkeiten, sich im Tanz auszudrücken.